8. Juni 2011

Vorsicht beim Vorkasse-Tarif

Gesundheitsreform in Kraft getreten
Mit dem Tarif Vorkasse verspricht Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP)den Kassenpatienten mehr Freiheit. Doch Vorsicht: Wer beim Arztbesuch Vorkasse wählt, muss für diese Freiheit teuer bezahlen. Mit Beginn des Jahres steigen die Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ohnehin jeweils um 0,3 Prozent.

Dieses Päckchen hatte Philipp Rösler in letzter Sekunde auf den Gabentisch seiner Gesundheitsreform geschoben. Verpackt als Kleinigkeit jubelte der liberale Gesundheitsminister den Versicherten der Gesetzlichen Krankenkassen die Wahl zwischen Vorkasse und Sachleistung unter.

Vorkasse ist das Prinzip der Privaten Krankenversicherung (PKV). Der Mensch geht zum Arzt, bekommt eine Rechnung, bezahlt und lässt sich die Kosten von der Versicherung erstatten. Die Gesetzliche Krankenversicherung funktioniert nach dem Prinzip Sachleistung. Der Mensch geht zum Arzt, und der Arzt bekommt sein Geld über die Kasse.

Nach Wunsch
Vom 1. Januar an können auch gesetzlich Versicherte eine Rechnung vom Arzt erhalten, wenn sie den Tarif Kostenerstattung wählen. Das ist nicht ganz neu, aber nun einfacher. Wer bislang das Prinzip Vorkasse wählte, war ein Jahr daran gebunden. Nun sind es nur noch drei Monate. Bisher mussten Ärzte ihre Patienten über die Folgen dieser Entscheidung aufklären und sich dies von ihnen schriftlich bestätigen lassen. Diese Pflicht entfällt.

Die Wahlfreiheit entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als böse Falle. Bei Vorkasse rechnet der Arzt den höheren privaten Tarif ab und die Kasse erstattet nur den gesetzlichen. Nach den Erfahrungen der Kassen bleiben die Patienten auf fast zwei Dritteln ihrer Kosten sitzen. Gesetzlich Versicherte sollten sich das Rösler-Geschenk genau anschauen, bevor sie es auspacken. Gesundheitsexperten sehen darin vor allem eine Gabe an Ärzte und private Versicherer und raten Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen ab.

Der Minister dagegen versteht die Aufregung nicht. Die Entscheidung für oder gegen Vorkasse sei freiwillig. Laut Rösler schaffe das Prinzip mehr Transparenz und könne Kosten senken. Patienten sollen anhand der Rechnung selbst prüfen, welche Behandlung notwendig ist und welche nicht.

Eine Logik, über die Vertreter der gesetzlichen Kassen staunen. Gerade bei den privaten Kassen explodieren seit Jahren die Kosten - trotz (oder wegen?) der Vorkasse. Welche Behandlung bezahlt wird, handeln Experten der gesetzlichen Kassen, Ärzte und Krankenhäuser aus. Kassenvertreter bezweifeln, dass ein Patient mit akutem Blinddarm oder schmerzhafter Zahnwurzelentzündung abwägen kann, welche Behandlung die richtige ist. Da die medizinischen Kenntnisse vieler Menschen nicht sehr weit reichen, muss die große Mehrheit wohl auch in Zukunft darauf vertrauen, dass der Arzt die richtige Wahl trifft - Vorkasse hin oder her.

Nach oben offen
Mit der Reform ändert sich auch der Beitragssatz. Zum 1. Januar 2011 steigt er für Arbeitnehmer von 7,9 auf 8,2 Prozent, und für Arbeitgeber von 7 auf 7,3 Prozent. Dabei soll es in Zukunft bleiben. Kommt eine Kasse mit den Beiträgen nicht aus, müssen die Versicherten alleine das Loch mit einer Kopfpauschale stopfen. Dabei sind den Kassen nach oben keine Grenzen gesetzt. Wie hoch diese Pauschale klettert, hängt von den steigenden Kosten der Kasse ab.

Zwar hat die Bundesregierung einen Sozialausgleich eingebaut, wenn die Pauschale zwei Prozent des beitragspflichtigen Einkommens übersteigt. Entscheidend ist dabei aber nicht, wie hoch die Pauschale der eigenen Kasse ist, sondern der Durchschnitt aller Kassen. Wer Pech hat, zahlt mehr als zwei Prozent, weil die Pauschale seiner Kasse über dem Durchschnitt liegt. Glückspilze könnten aber auch einen Ausgleich bekommen, obwohl sie selbst gar keine Pauschale zahlen. Fazit: Die "Rösler-Geschenke" sind zwar vom Umtausch ausgeschlossen. Patienten müssen aber nicht jedes annehmen. 
  
Quelle: IG Metall

6. Juni 2011

Neue Internetpräsens der Kehlkopfoperierten Nds./Bremen

Demnächst geht die neue Internetpräsens des Landesverbandes der Kehlkopfoperierten Niedersachsen/Bremen online.

Diese wurde grafisch und redaktionell an die heutigen Nutzerbedingungen angepasst und ist im Design farblich einheitlich gestaltet, so dass der Benutzer sich schnell darin zurechtfinden wird.

Themen für Menschen die an Krebs erkrankt sind sowie Hilfestellungen und Kontaktgruppen, die beim Austausch der entstehenden Fragen mit Rat und Tat zur Seite stehen sind genauso angegeben wie Erfahrungsberichte und andere Hilfestellungen.

Wer mit diesem Krankheitsbild konfrontiert wird, kann sich über die Seite mit dem Bundes- sowie den Landesverbänden und den vielen Selbsthilfegruppen in Verbindung setzten, hier wird einem auf jeden fall weitergeholfen. Am besten man organisiert sich in einem der Gruppen im Bundesverband.
Der Link der Internetpräsens kann hier aufgerufen werden www.kehlkopfoperiert.de