28. Januar 2015

Selbsthilfegruppen der Kehlkopfoperierten - Jahresbericht 2014


1. Vertreterversammlung – Mitgliederversammlungen – Vorstandsitzungen

2014 fand die Vertreterversammlung am 15.März in Braunschweig statt.
Unter dem Motto „Früher erkennen, besser heilen“ referierte Prof. Dr. med. Andreas Gerstner, Chefarzt der HNO-Klinik Braunschweig, zu dem Tema „Möglichkeiten und Grenzen der Früherkennung von Kehlkopfkrebs“.
Haupttagesordnungspunkt waren die Wahlen des Vorstandes der Periode 2014 bis 2017
Der amtierende Vorsitzende, Werner Kubitza, wird nach 13 Jahren des Vorsitzes nicht wieder zur Wahl antreten. Stimmberechtigt waren 47 Teilnehmer/innen. Gewählt wurden Hans-Joachim Lau (Vorsitzender), Rainer Richter und Ingeborg Kleier als stellvertretende Vorsitzende, 1. Kassenwart Helmut Schüring, 2. Kassenwart Richard Kleier, 1. Schriftführer Jörg-Dieter Soboll, 2. Schriftführerin Jutta Schulze-Ganteför. Als Beisitzer wurden gewählt: Frank Denecke, Rolf Eger, Uwe Göldner, Hermann Knöpke und Hans-Dieter Müller.
Alle genannten Vorstandsmitglieder wurden einstimmig und ohne Stimmenthaltung gewählt. Die Mitgliederversammlungen haben in den jeweils letzten Gruppentreffen des Jahres 2014 stattgefunden, meist in Verbindung mit einer kleinen weihnachtlichen Feier, bzw. Veranstaltung, zum Jahresabschluss. Vorstandsitzungen waren am 01.02.2014, 18.06.2014, 25.09.2014 und 29.11.2014.


2. Selbsthilfegruppen

In Niedersachsen und Bremen bestehen jetzt 24 Selbsthilfegruppen, in denen sich Kehlkopfoperierte, Angehörige und Förderer in regelmäßigem Turnus treffen, meist in Räumen der Parität, der AWO oder des DRK. Die Zusammenarbeit mit den Verbänden ist gut. Selbsthilfegruppen gibt es in Braunschweig, Bremen, Bremerhaven/Cuxhaven, Celle, Emden, Göttingen, Goslar-Westharz, Hameln, Hannover, Helmstedt, Hildesheim, Lüneburg, Meppen, Nienburg, Oldenburg, Osnabrück, Peine, Salzgitter, Soltau-Rotenburg/W., Stade, Uelzen, Vechta, Wilhelmshaven und Wolfsburg.
Zuweilen ist es sehr schwierig, die so dringend gebrauchten ehrenamtlichen Helfer für Gruppenleitung und Patientenbesuche zu finden, wenn die bisherigen, z.T. schon lange tätigen Helfer sich altershalber zurückziehen müssen oder durch Umzug, Krankheit oder Tod ausscheiden.


3. Patientenbesucherdienst (Klinik – und Hausbesuche)

Unsere ehrenamtlichen Reha-Helfer (alle selber kehlkopflos oder teiloperiert) haben auch 2014 regelmäßig die Patienten in den Kliniken vor und nach den Operationen sowie bei den ambulanten Tumor-Kontrolluntersuchungen betreut. Die enge Zusammenarbeit mit den Ärzten und dem Pflegepersonal in 16  HNO- und 2 Rehabilitationskliniken bildet dafür die vertrauensvolle und sichere Grundlage.
Es sind das Klinikum Bremen, in Hannover die MHH und das Städt. Krankenhaus Nordstadt (HNO-Abtlg.), Stadt-Krankenhaus Wolfsburg, Städt. Klinikum Braunschweig, in Oldenburg das Evangelische Krankenhaus und die Städt. Kliniken, das Universitätsklinikum Göttingen, das Ludmillenstift Meppen, das Marienhospital Osnabrück, das Marienhospital Vechta und die Kreiskrankenhäuser Winsen/Luhe, Rotenburg/W. und Buchholz/Nordheide. Hinzu kommen die HNO-Kliniken in Bremen und Bremerhaven. So ist es eine Ausnahme, wenn ein Patient ohne vorherigen Besuch eines Patientenbetreuers operiert wird.
In der Rehabilitationsklinik Bad Münder ( Deister-Süntel-Klinik ) werden wöchentlich einmal Gruppen-und Einzelgespräche mit Kehlkopflosen während ihrer Anschlußheilbehandlung bzw. Festigungsmaßnahme abgehalten. Im Jahr 2014 wurden (meist anlässlich neuer Operationen) wieder sehr viele Patienten betreut. (Im Jahr 2013 waren es 108 Patienten, davon 10 Frauen.)
Das durchschnittliche Alter betrug ca. 64 Jahre.


4. Fortbildung/ Seminare

Die Fortbildung der ehrenamtlichen Reha-Helfer und Mitglieder erfolgte laufend durch Seminare, Vortragsveranstaltungen, Besprechungen und mittels Informationsmaterialien.
Die Karten sind neu gemischt: nach der Neuwahl des Vorstandes im März diesen Jahres trafen sich erstmals die neu gewählten Vorstandsmitglieder mit den Gruppenleitern und Patientenbetreuern zur Klausurtagung vom 16. bis 18. Juni in Bad Münder. Ziel war es, in der neuen Zusammensetzung gemeinsam die Richtlinien und Maßnahmen zur gesteckten Zielerreichung abzustimmen.

Das 20. Fortbildungsseminar fand vom 24. bis 26. 09. 2014 in Westerstede mit 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erfolgreich statt. Die Logopädinnen von der REHA-Klinik Bad Münder, Frau Heike Koch und Frau Simone Ehlerding, referierten über das therapeutische Angebot und das Behandlungsspektrum der Logopädie.
Dr. Peter Doepner von der Malberg-Klinik, Bad Ems, hielt einen Vortrag über das angeborene und adaptive Immunsystem. Frau Silke Fösges vom Bundesverband aus Bonn informierte über das im Februar 2013 in Kraft getretene Patientenrechtegesetz. Über die Logopädische Therapie nach LE referierte dann Frau Rita Schoon von der Berufsfachschule für Logopädie in Oldenburg der AWO. Frau Gabriela Pusch, Sozialarbeiterin vom Landesamt Oldenburg, informierte über das Thema „Schwerbehindertenausweis“. Priv.-Doz. Dr.med. Robert M. Hermann berichtete u.a. über Linearbeschleuniger und die Vor-und Nachteile von Bestrahlung und Chemotherapie sowie über akute und späte Nebenwirkungen. Das Thema von Prof. Dr. med. Ercole Di Martino, DIAKO Bremen, war multimodale Behandlung von Kopf-Hals-Karzinomen.

Das elfte von uns in Zusammenarbeit mit der REHA-Klinik Bad Münder veranstaltete Einführungsseminar für „Neuoperierte“ (18. bis 20.06.2014) war ebenfals ein Erfolg. Auch im Jahr 2014 konnten wir erfolgreich ein Frauenseminar (vom 08. bis 10.09.2014 in Worpswede) durchführen. Die anspruchsvolle Bildungsarbeit wird auch in 2015 fortgesetzt werden.
Außerdem nahmen Funktionsträger, Patientenbetreuer und Mitglieder an Seminaren des
Bundesverbandes und an den Patiententagen in Bad Ems teil.


5. Verwaltungsarbeiten

Im Jahr des 40-jährigen Bestehens des Bundesverbandes der Kehlkopfoperierten wurde auf dem Bundes-Kongress 2014 in Potsdam ein neues Präsidium gewählt.
Als Nachfolger von Werner Kubitza wurde Friedrich Wettlaufer zum neuen Präsidenden gewählt.
Die gute Zusammenarbeit mit allen Gremien unseres Bundesverbandes, der Niedersächs. Krebsgesellschaft, der Parität und vielen anderen Organisationen wurde 2014 fortgesetzt. Unterstützung erfahren wir auch von den Krankenkassen und der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig/Hannover und Oldenburg/Bremen.
Von der Geschäftsstelle werden unsere Mitglieder mit den notwendigen Informationen versorgt.
Die Verbandszeitung „Sprachrohr“ wird vierteljährlich an alle Mitglieder versandt.
Auf Wunsch von Patienten werden Hausbesuche von Reha-Helfern vermittelt.
Die Vertretung der Bertoffenen vor Versorgungsämtern und Sozialgerichten nehmen der Bundesverband und der VdK wahr.


6. Fahrten und Reisen

Zur Erfüllung der Aufgaben der Reha-Helfer, Patientenbsucher, Patientenbetreuer, anderer ehrenamtl. Helfer und Vorstandsmitglieder sind sie in angemessenem Umfang notwendig.
Die Entfernungen (und auch der Zeitaufwand) sind im Flächenland Niedersachsen leider z.T. zwangsläufig groß .


Bad Münder, im Dezember 2014

Ingeborg Kleier – stellv.Vors.