23. Dezember 2013

Zum Jahresausklang 2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

Die grauen Novembertage und die weihnachtlichen Auslagen in vielen Geschäften sind unverkennbare Vorzeichen, dass sich das Jahr zu Ende neigt.
Wir hoffen, dass Sie viele gute Tage erlebt haben und mit Ihrer Gesundheit insgesamt zufrieden sein können.
Trotz mancher Ungewissheiten – wie der friedensgefährden Lage im Nahen Osten,  sowie unsicheren Situation in der Euro-Zone und der damit möglichen Auswirkungen auf Arbeits-und Lebensbedingungen in Deutschland, hoffen und wünschen wir, dass das kommende Jahr für unser Land –  und damit für uns alle – ein gutes wird!

In unseren Selbsthilfegruppen haben sich unsere Mitglieder und ihre Angehörigen auch in diesem Jahr wieder regelmäßig getroffen. Es gab dabei neben dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch, die so wichtige Aufmunterung und gegenseitige Hilfe, Beratung in manch schwieriger Situation, und auch immer wieder ein fröhliches Beisammensein. Sie haben dabei hoffentlich viel Freude gehabt – auch beim letzten Treffen in dieser Vorweihnachtszeit.

Wir begrüßen sehr herzlich unsere neuen Mitglieder und freuen uns, dass sie den Weg zu uns gefunden haben. Gemeinsam ist alles leichter zu ertragen. Miteinander gewinnen wir auch besser das Vertrauen in die eigenen Kräfte zurück. Wir sind dankbar, dass wir trotz mancher Einschränkung Freude am Leben haben. Und wir hoffen, dass wir nicht nur einander sondern vor allem den "neuen" Patienten stets Rat, Ermutigung und Hilfe geben können.

Dabei ist besonders die Patientenbetreuung in den Kliniken wichtig. In 16 HNO-Kliniken und 2 Rehabilitationskliniken sind im Jahre 2012 wieder über 100  Patienten vor und nach ihrer Operation besucht und beraten worden, viele auch zu Hause. Wir haben den Betreuerinnen und Betreuern für ihren viel Zeit und vor allem auch seelische Kraft fordernden Ein¬satz sehr zu danken. Der schönste Dank ist es für uns, wenn ein Patient wieder neuen Lebensmut gewonnen hat. Auch die Beratung von Angehörigen, Partnerinnen und Partnern ist nach wie vor sehr wichtig. Für diese großen Aufgaben brauchen wir immer wieder Helferinnen und Helfer und freuen uns über jeden, der hierbei zur Mitarbeit bereit ist.
Wir freuen uns besonders, dass diese Arbeit auch außerhalb unserer Gruppen anerkannt und gewürdigt wird.
Dies wurde anlässlich der diesjährigen Vertreterversammlung unseres Landesverbandes vom Referenten PD Dr. med. E. Oestreicher aus Meppen deutlich hervorgehoben.

In unseren inzwischen 24 Selbsthilfegruppen in Niedersachsen und Bremen hat es viele informative aber dabei auch gesellige Treffen gegeben. So haben manche Gruppen außer ihren regelmäßigen Treffen auch Ausflüge unternommen.
Auch bei den Patiententagen in Bad Ems (25.-27. April 2013) gab es eine sehr gute Beteiligung aus Niedersachsen/Bremen. Zudem konnten unsere Teilnehmer wieder den Wanderpokal erringen. Und Horst aus Salzgitter ging als Einzelsieger hervor. Die Patiententage 2014 finden vom 24. – 26. April statt.

Die Bundestagung fand am 23. Mai 2013 in Bad Neuenahr statt, unter der Leitung unseres Präsidenten Werner Kubitza. Diesen Bericht konnten Sie im SPRACHROHR Nr. 149 vom August 2013 lesen.
                                                                    
Die diesjährige Vertreterversammlung unseres Landesverbandes fand am 25. Mai 2011 in Meppen statt. Die Vertreterversammlung führte eine Nachwahl des Vorstandes durch und der bereits eingeleitete Verjüngungsprozess konnte fortgesetzt werden. Mit Rainer Richter wurde ein weiterer Stellv. Vorsitzender gewählt. Auch  Werner Jünemann aus Hannover ist neu im Amt. Er wurde als Kassenprüfer gewählt.
Der Vorstand berief mit Rosemarie Bade erstmals eine Beauftragte für die Belange der Angehörigen.

Mit Jutta Schulze - Ganteför hat die Selbsthilfegruppe(SHG) Hannover eine neue, sehr engagierte Leiterin. Auch in Vechta wurde mit Richard/Ingeborg Kleier ein Leitungsduo kreiert. In Nienburg konnten wir erstmals eine SHG gründen. Leiter wurde Helmut Meyer aus Balge. Ebenfalls neu in der Leitungsfunktion sind Horst Franke in Göttingen und Elfriede Frost in Hameln. Wir wünschen allen viel Erfolg und danken schon einmal vorab für ihre Bereitschaft diese wichtige Aufgabe zu übernehmen.

Die Selbsthilfegruppen Ostfriesland, Uelzen, Braunschweig und Vechta,  konnten in diesem Jahr einen „runden Geburtstag“ feiern.

Das 19. Fortbildungsseminar unseres Landesverbandes fand vom 23. – 25. Sept. 2013 in Auefeld bei Hann.Münden mit 53 Teilnehmern statt. Einen Bericht hierzu finden sie in der letzten, diesjährigen Ausgabe des SPRACHROHR`s.

Die Fortbildung unserer PatientenbetreuerInnen und Funktionsträger werden wir auch 2014 fortsetzen. Die qualifizierte Betreuung der Betroffenen ist uns eine Herzensangelegenheit und auch ein Markenzeichen unserer Selbsthilfearbeit.

Auch unser 10. Patientenseminar für „Neu-Operierte“ fand großen Anklang bei den 55 Teilnehmern. Es fand vom 17. – 19. Juli 2013 in Bad Münder statt, mit der bewährten, großen Unterstützung der Rehabilitationsklinik Bad Münder.
Zuvor wurde wie schon im Vorjahr ein Frauenseminar durchgeführt. Das dies möglich wurde, verdanken wir der Initiative unserer Frauenbeauftragten Ingeborg Kleier.
Außerdem haben einige unserer Mitstreiter an Seminaren des Bundesverbandes teilgenommen und dabei neue Kenntnisse gewonnen, Erfahrungen austauschen und Kontakte pflegen können.

Leider brachte auch dieses Jahr manche sorgenbereitende Erkrankung auch unter unseren  "Aktiven" mit sich und für einige von uns schmerzliche Trauer. Wir haben von lieben Gefährtinnen und Gefährten, Freunden, Helfern für immer Abschied nehmen müssen. Wir vermissen sie sehr und gedenken ihrer in Dankbarkeit. Stellvertretend sei hier genannt: Hubert Wehming, Leiter der SHG Helmstedt, Alfred Schenk, Leiter der SHG Göttingen und Patientenbetreuer in Bad Sooden-Allendorf.

Was mag das neue Jahr bringen?
Gewiss ist, dass unsere ehrenamtliche Arbeit weiter geht: Unsere Gruppentreffen, die so wichtige Patientenbetreuung und alle Arbeit zur Hilfe und zum Wohle der Kehlkopfoperierten.
Wir wünschen Ihnen und uns stets die dafür nötige Kraft und seelische Stärke.

Ihnen und Ihren Angehörigen
wünschen wir sehr herzlich frohe Festtage, eine zufriedenstellende Gesundheit
und ein gutes neues Jahr 2014 in Frieden !




Werner Kubitza                               Hans-Joachim Lau                              Rainer Richter

10. Dezember 2013

So finden Sie das richtige Krankenhaus

Das aktuelle Gesundheitspolitische Informationsblatt des Bundesgesundheits- ministeriums (BMG) enthält wichtige Hinweise zum Thema: "So finden Sie das richtige Krankenhaus". Dort finden Patienten/-innen Informationen darüber, wie sie vorgehen können, um ein für ihre Diagnose spezialisiertes Krankenhaus zu identifizieren. Das Infoblatt enthält Erläuterungen dazu, wie Patienten/-innen die Qualitätsberichte der Kliniken nutzen können. Außerdem enthält es eine Liste mit Online-Suchportalen, auf denen sich Patienten/-innen anhand von auswählbaren Kriterien über Krankenhäuser in ihrer Region informieren können. Kriterien dabei sind zum Beispiel Distanz zum Wohnort, Größe des Krankenhauses oder Häufigkeit der Behandlung einer bestimmten Indikation.

Das Infoblatt finden Sie unter unten stehendem Link.

http://www.kehlkopfoperiert.com/PDF-Dokumente/131206_BMG_GP_IB_Krankenhaus.pdf

8. Oktober 2013

REHA, PFLEGE UND STIMMBAHNUNG

Konzentrierte und aufmerksame Zuhörer
In Auefeld bei Hannoversch-Münden fand das diesjährige Seminar für Patientenbetreuer aus Niedersachsen/Bremen statt. Im September informierten sich 53 Patienten- betreuerInnen über die Aufgaben der Pflegestützpunkte und der Berater der Rentenversicherung vor Ort. Ferner waren die Lungenfunktionsprüfung bei Halsatmern und die Stimmanbahnung Themen der Veranstaltung.

Über die Aufgaben der Pflegestützpunkte informierte Gabi Quintscher aus Göttingen.Eine wichtige Erkenntnis aus ihren Ausführungen war, dass diejenigen, die auf eine mögliche Pflegehilfe angewiesen sind,unbedingt die Fachkräfte der Pfegestützpunkte einschalten sollten, bevor sie an die Pflegeversicherung herantreten. Die Pflegestützpunkte sind unabhängig und können wertvolle Tipps für die Pflegesuchenden geben. Wo Pflegestützpunkte sich befinden, kann man sehr gut aus dem Internet unter www.pflegestuetzpunkte-deutschlandweit.de erfahren.

DRV vor Ort


Matthias Lindemann von der DRV Hann.Münden
Matthias Lindemann aus Hann.Münden,von der DRV - Bund, berichtete aus seiner Arbeit als Versichertenberater die auch als Versichertenälteste bekannt sind. Diese Berater arbeiten ortsnah und unterstützen Hilfesuchenden bei Anträgen auf Reha-Leistungen und Rentenanträgen. Aber auch bei Fragen aus dem Leistungsangebot der Renten- versicherung stehen sie Rede und Antwort.

Wichtige Erkenntnis der Seminarteilnehmer:
Es lohnt sich bei Rentenfragen der Kontakt zu einem Berater. Zumal in einem Flächenland wie Niedersachsen nicht immer eine Beratungsstelle der DRV vor Ort ist. Im Zusammenhang mit sozialrechtlichen Fragen informierte Silke Fösges vom BV aus Bonn über die wichtigsten Gesetzesvorhaben.

Hilfe für Halsatmer


Zeichenkünste von Prof.Wolfram Behrendt
Während Matthias Bach über das Thema" Stimmliche Rehabilitation - Was bedeutet sie für die soziale und berufliche Wiedereingliederung referierte und hierbei die Seminarteilnehmer gekonnt einbezog, in dem er auf ihre Erfahrungswerte zurück griff, erläutete Prof. Dr. med. Wolfram Behrendt aus Leipzig, die Bemühungen der Ärztlichen Berater unseres Bundesverbandes, ein bundesweit anerkanntes Verfahren für eine Lungenfuktionsprüfung zu finden. Dabei ist man noch am Anfang. "Für alle Halsatmer ist Lösung dieses Problems wichtig", so Seminarleiter Werner Kubitza, "da gerade für die Beantragung des Merkzeichens "G" im Schwerbehindertenausweis, ein solches Verfahren unbedingt notwendig ist".

Aktive Mitarbeit


Den Abschluß des Seminars bildete eine Zusammenstellung einer Adressdatei für einen sogenannten Versorgungsatlas. Der Landesverband Niedersachsen/Bremen möchte Betroffenen möglichst ortsnah einen passenden Logopäden, Physiotherapeuten und HNO-Arzt vermitteln. Jochen Lau und Werner Kubitza vom Leitungsteam des Seminars dankten allen Beteiligten für ihre aktive Mitarbeit, zumal auch für das Seminar 2014 der Vorschlag gemacht wurde, sich mit dem Thema "Sozialarbeit in der Klinik - Hilfeleistung für Patienten" zu befassen.


16. September 2013

Prof. Dr. Andreas Gerstner ist neuer Chefarzt der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik in Braunschweig

Prof. Dr. Andreas Gerstner(rechts)
und Prof. Dr. Heinz-Georg Schroeder

Prof. Dr. Andreas Gerstner ist offiziell in seine neue Position als Chefarzt der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik in der Holwedestrasse in Braunschweig eingeführt worden. Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Heinz-Georg Schroeder an, der in den Ruhestand geht.

Der 44 jährige Prof. Dr. Andreas Gerstner ist Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde mit der Weiterbildung für Plastische und Ästhetische Operationen sowie Spezielle HNO-Chirurgie. Er war zuletzt an der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik an der Universität Bonn tätig, seit 2003 als Oberarzt und seit 2005 als leitender Oberarzt. Professor Gerstner deckt somit das gesamte operative Spektrum der HNO-Heilkunde ab.

Seine besonderen Schwerpunkte liegen in der Tumorchirurgie einschließlich der plastisch-rekonstruktiven Verfahren. In diesem Rahmen fungierte er als Koordinator des Zentrums für Integrierte Onkologie CIO Köln-Bonn, das von der Deutschen Krebshilfe als onkologisches Spitzenzentrum gefördert wird. Seine weiteren operativen Schwerpunkte sind die Schädelbasis-Chirurgie, die Nasennebenhöhlenchirurgie, die sanierende und hörverbessernde Mittelohrchirurgie sowie die Speicheldrüsenchirurgie. Auch verfügt er über eine große Erfahrung bei den großen, häufig interdisziplinär durchgeführten Operationen.

In Bonn hat er eigenständig die Cochlea-Implantation als Routineversorgung und die Versorgung mit implantierbaren Hörgeräten etabliert und bei einer Vielzahl von Patienten durchgeführt.

Durch diese klinischen Schwerpunkte ist Prof. Andreas Gerstner der ideale Nachfolger, um die Hals-, Nasen-, Ohrenklinik im Rahmen des Cancer Centers Braunschweig weiter zu positionieren.


Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt seit über zehn Jahren im Bereich der Krebsfrüherkennung. Bereits mit 36 Jahren habilitierte er sich über diese Problematik und wurde 2012 zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Bonn ernannt.


Prof. Gerstner ist Mitglied zahlreicher Gremien und Fachgesellschaften wie u. a. der Deutschen Gesellschaft für Hals-,Nasen-,Ohren-Heilkunde / Kopf- und Hals-Chirurgie, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Schädelbasischirurgie sowie der International Society for the Advancement of Cytometry (ISAC).
 

Prof Andreas Gerstner wurde von vielen Kliniken umworben.

Braunschweig gewinnt mit ihm einen Experten, der den guten Ruf der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik weiter voranbringen wird. Wir sind sehr stolz, dass er sich für unser Klinikum entschieden hat", unterstreicht der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Horst Kierdorf.


Prof. Dr. Heinz-Georg Schroeder kam aus der Universitätsklinik Marburg und leitete die Hals-, Nasen-, Ohrenklinik in Braunschweig seit 1994. In dieser Zeit hat sich die Klinik sehr dynamisch entwickelt. Das operative Spektrum der Klinik wurde um die Versorgung von Mittelgesichtsfrakturen, osteoplastische Eingriffe am Gesichtsschädel sowie die Schädelbasischirurgie erweitert. Die endoskopische Laserchirurgie von bösartigen Tumoren wurde ausgebaut und der Laser auch in der Ohr- und Nasenchirurgie angewendet. Für die transnasale Nebenhöhlenchirurgie wurde ein Navigationsgerät angeschafft.


Prof. Dr. Heinz-Georg Schroeder intensivierte die Zusammenarbeit mit anderen Kliniken. Es gibt wöchentlich stattfindende Tumorkonferenz und regelmäßige Röntgendemonstrationen. Verletzungen und Tumore der Schädelbasis werden interdisziplinär mit der Neurochirurgischen Klinik versorgt. Zusammen mit der Klinik für Mund-, Kiefer-, und Plastischer Gesichtschirurgie wurde die Kopf-Hals-Sektion des Tumor-Zentrums Süd-Ost-Niedersachsen gegründet. Neue Behandlungsmethoden wie Jet-Ventilation und Dilatationstracheotomie wurden gemeinsam mit der Anästhesiologie in die Routine eingeführt.


Auch mit den Patienten-Selbsthilfegruppen, wie dem Bundes – und Niedersächsischen Landesverband der Kehlkopfoperierten und dem Deutschen Schwerhörigenbund, arbeitet die HNO-Klinik unter seiner Leitung erfolgreich zusammen.


Der 65-jährige Prof. Dr. Heinz-Georg Schroeder hat die Klinik medizinisch mit großem persönlichem Engagement geführt und kontinuierlich weiterentwickelt. Während seiner ganzen Zeit am Klinikum war Heinz-Georg Schroeder weiterhin wissenschaftlich aktiv und hat Dissertationen betreut und regelmäßig Kongresse und Weiterbildungsveranstaltungen in Braunschweig durchgeführt.
 

21. August 2013

Selbsthilfegruppe für Kehlkopfoperierte - Artikel aus der NOZ

Lengerich. Gerhard Fading macht den Eindruck eines selbstbewussten Mannes, der gerne lacht und eine Menge zu erzählen hat. Warum auch nicht, mag der denken, der ihn sieht. Warum, mag hingegen der denken, der ihn hört. Im Mai 2005 erhielt der heute 58-Jährige die Diagnose Kehlkopfkrebs, im September des gleichen Jahres wurde er operiert, der Kehlkopf entfernt. Seitdem verständigt sich der Lengericher mittels der Rülpssprache (medizinisch: Ösophagusersatzstimme).
 
Gerhard Fading leitet die Gruppe. Foto: Meyer zu Brickwedde
Für Außenstehende ist das Zusammentreffen mit Gerhard Fading eine ungewohnte Situation. Viele wüssten nicht, wie sie sich verhalten sollen, erzählt er. Der 58-Jährige hat damit zu leben gelernt. Doch nicht jeder Betroffene schafft es so gut wie er, gerade mit derlei Folgen der Kehlkopfentfernung fertig zu werden. Ihnen will Gerhard Fading helfen, für sie engagiert er sich in der Selbsthilfegruppe Kehlkopfoperierte Osnabrücker Land. Er ist der Leiter der Gruppe und Patientenbetreuer.
Die Mitglieder der Gruppe kommen aus Lengerich und Osnabrück, aus Mettingen, Borgholzhausen, Ibbenbüren und Bad Essen. „Aber viele erreichen wir bislang nicht“, sagt Gerhard Fading, „sie ziehen sich in ein Schneckenhaus zurück, weil sie glauben, dass sie auf der Straße alle anschauen.“ Der Grund dafür sei die Scham, nicht mehr normal kommunizieren zu können. „Manche erlernen das Sprechen gar nicht mehr.“ Es bleibe ein „Pseudoflüstern“, die Partner müssten in solchen Fällen oft von den Lippen ablesen. Ihnen würde es zusätzlich auch noch aufgebürdet, den Alltag zu regeln.
Gerhard Fading räumt offen ein, dass er 2005 „in ein tiefes Loch gefallen ist, weil man nicht weiß, wie es weitergeht“. Sprache, Atmung, Nahrungsaufnahme – kann das alles funktionieren? Doch er habe das Glück gehabt, nach der Operation relativ schnell die Rülpssprache erlernt zu haben. Und auch das Essen sei kein Problem gewesen. „Ich merkte, dass es aufwärts geht.“ Inzwischen habe er seine Situation längst akzeptiert und e einen normalen Alltag.
Diese Einstellung hilft ihm bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit, denn so schafft er Glaubwürdigkeit. Zum Beispiel, wenn er zu Patienten ins Marienhospital nach Osnabrück kommt. Das Krankenhaus informiert ihn vorab, er leistet dann Aufklärungsarbeit, zeigt den Betroffenen an seiner Person, wie die Zukunft aussehen kann, besucht sie nach der Operation und auch noch daheim während der Zeit der nach der OP folgenden Bestrahlungen.
Kommt die Selbsthilfegruppe, in der übrigens auch Angehörige willkommen sind, in Osnabrück zusammen, steht der Erfahrungsaustausch oft an erster Stelle. Mediziner referieren ebenso wie Vertreter von Firmen, die Hilfsmittel anbieten. Gerhard Fading kann als geschulter Patientenberater zudem immer wieder einmal über Neuerungen im Schwerbehindertengesetz informieren. Betroffene können sich an Gerhard Fading wenden, Tel. 0157/86816514, E-Mail kolle@goodmails.de.

20. August 2013

Karl Finke, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen, fordert barrierefreie Wahlräume

In gut fünf Wochen wird der neue Bundestag gewählt. Auch wenn das Wahlgesetz noch nicht geändert wurde und daher auch dieses Mal ein hoher Anteil an Menschen mit Behinderungen, für die eine umfassende Betreuung angeordnet wurde, nicht wählen darf, will der überwiegende Teil der Menschen mit Behinderungen wählen. Dazu ist es allerdings notwendig, dass die Wahllokale barrierefrei sind.

„Ich fordere die Gemeinden auf, entsprechend der Bundeswahlordnung barrierefreie Wahlräume auszuwählen und zu benennen. Ziel muss sein, dass allen Wahlberechtigten,
insbesondere behinderten und anderen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die Teilnahme an der Wahl erleichtert wird“, sagt Karl Finke, Niedersächsischer
Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen. Denn: „Immer mehr Menschen mit Behinderungen wollen ihr Wahlrecht auch ausüben. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die auch durch unsere aktuelle Wahlhilfebroschüre unterstützt wird“, so Finke.

Nach dem Prinzip, dass behinderte Menschen die besten Expertinnen und Experten in eigener Sache sind, hat nunmehr das Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit gemeinsam mit acht Selbsthilfeverbänden von Menschen mit Behinderungen Informationen über die Barrierefreiheit von Wahlräumen veröffentlicht. Hier können die Gemeinden nachlesen, wann ein Wahlraum barrierefrei ist und wie sie die behinderten Wählerinnen und Wähler darüber informieren können, welche Gegebenheiten diese vor Ort antreffen. Finke betont: „Jetzt gibt es keinen Grund mehr, dass Menschen mit Behinderungen wegen ihrer Behinderung und fehlender Barrierefreiheit nicht wählen können.“

Abschließend weist Finke darauf hin, dass für die Wahlbezirke, in denen tatsächlich keine barrierefreien Wahlräume zur Verfügung gestellt werden können, die Möglichkeit zur Briefwahl besteht. Er fordert alle Menschen mit Behinderungen auf, aktiv an der Wahl
teilzunehmen und so mit dazu beizutragen, dass die zukünftige Politik der Bundesregierung auch dadurch geprägt ist, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen.

Die Informationen über die Barrierefreiheit von Wahlräumen kann heruntergeladen werden: http://www.barrierefreiheit.de/

26. Juli 2013

2. Frauenseminar in Bad Münder


Das 2. Frauenseminar der Kehlkopfoperierten und Kehlkopflosen im Landesverband Niedersachsen Bremen fand bei wunderschönem Sommerwetter vom 15. – 17. Juli unter der Leitung der Frauenbeauftragten des Landesverbandes Ingeborg Kleier mit Unterstützung von Rosemarie Bade in Bad Münder statt.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen wurde das Schulungsprogramm nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmer eröffnet. Silke Fösges, Sozialreferentin des Bundesverbandes, berichtete über Aktuelles aus dem Sozial-und Schwerbehindertenrecht. Im weiteren Verlauf des Seminars wurde die Problematik der betroffenen Frauen von der Psychotherapeutin Martine Wupschal aus der Deister-Süntel Klinik Bad Münder hinterfragt.
 
Der ehemalige Chefarzt der Klinik Dr. Jürgen Borghardt erläuterte sehr anschaulich die Entstehung der Krebszellen. Die Fragebogenauswertung der Frauen nach Laryngektomie mit der Dipl.-Psychologin Judith Keszte vom Universitätsklinikum Leipzig rundete das Seminar ab.

Ohne Unterstützung der Barmer Ersatzkasse Niedersachsen hätte dieses Seminar nicht stattfinden können. Die Teilnehmer bedankten sich recht herzlich in der Hoffnung, daß sie auch 2014 mit dieser Hilfe rechnen können.

16. Juli 2013

Pressemitteilung (9.Juli 2013)

Betroffene stoßen im Alltag immer wieder auf Hindernisse und Einschränkungen

„Aktionsbündnis Barrierefreiheit“ fordert Barrierefreiheit auch für Menschen mit Sprech- und Sprachbehinderungen

 

Mit dieser deutlichen Forderung wendet sich das Aktionsbündnis Barrierefreiheit mit einer groß angelegten Aktion an Abgeordnete des Bundestages sowie die aufgestellten Kandidaten für die kommende Bundestagswahl der einzelnen Parteien. Am heutigen Tag übergibt das Aktionsbündnis Barrierefreiheit den angesprochenen Politikern eine Auflistung der krankheitsbedingten Barrieren sowie einen umfassenden Forderungskatalog zu deren Beseitigung.

In Deutschland gibt es mehr als 12 Millionen Betroffene mit Stimm-, Sprech- und Sprachbehinderungen sowie chronischen Atemwegserkrankungen. Allein 800.000 stotternde Menschen in Deutschland, jährlich 21.000 Neu-Betroffene mit Kehlkopfkrebs, 1.400 Neugeborene mit Lippen-Gaumen-Fehlbildungen sowie 270.000 Neuerkrankte mit Schädelhirntraumata pro Jahr, 6,8 Millionen an COPD-Erkrankte in Deutschland, jedes Jahr 200.000 Menschen mit einem Erst-Schlaganfall sowie 5 bis 7 % der Gesamtbevölkerung, die unter Asthma bronchiale leiden.

Viele dieser Menschen mit Stimm-, Sprech- und Sprachbehinderungen sowie chronischen Atemwegserkrankungen ziehen sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Die Gründe dafür können vielfältig sein, in allen Fällen leidet aber die Lebensqualität. Nachvollziehbar ist ein solcher Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben aus gesundheitlichen Gründen. Nicht akzeptabel ist ein Rückzug aufgrund von Einschränkungen durch reale oder empfundene Barrieren. Im Alltag stoßen Betroffene trotz allem immer wieder auf Barrieren und Einschränkungen. In vielen Fällen werden diese Hindernisse nicht mehr als Einschränkung wahrgenommen, da man sich mit der Situation „arrangiert“ hat. Diese Situation ist nach Ansicht des Aktionsbündnisses Barrierefreiheit aber nicht akzeptabel.

Die UN-Behindertenkonvention gilt seit März 2009 auch für die Bundesrepublik Deutschland. Damit besteht für die Bundesrepublik die Verpflichtung, allen behinderten Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe an Arbeit, Beruf und Gesellschaft zu ermöglichen. Die Bundesregierung hat mit der geeigneten Umsetzung der Konvention begonnen und im Jahr 2011 einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention verabschiedet, welcher eine Reihe von beabsichtigten Maßnahmen, die der Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderung dienen sollen, enthält. Barrierefreiheit gilt in fast allen Bereichen des täglichen Lebens, neben dem Bau-, Verkehrs- und Straßenwesen auch in den Bereichen Kultur, Freizeit und Tourismus sowie Kommunikation.

Für Betroffene mit Stimm-, Sprach- und Sprechstörungen und chronischen Erkrankungen der Atemwege hat die Barrierefreiheit eine beachtliche Bedeutung.

In dem Aktionsbündnis Barrierefreiheit haben es sich sechs Verbände von Betroffenen mit Stimm-, Sprechund Sprachbehinderungen sowie chronischen Atemwegserkrankungen zur Aufgabe gemacht, auf Barrieren aufmerksam zu machen, die ihren Mitgliedern tagtäglich begegnen, und deren Beseitigung zu fordern. Unter Federführung des Bundesverbandes der Kehlkopfoperierten e.V. zeigen die teilnehmenden Verbände auf, dass es auch durch Einschränkungen der Kommunikation aufgrund von Krebserkrankungen, angeborenen Fehlbildungen, Aphasien oder chronischen Atemwegserkrankungen zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag kommen kann.

So kann es Betroffenen aufgrund ihrer eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten im Notfall unmöglich sein, telefonisch Hilfe zu rufen. Im Hinblick auf die UN-Behindertenrechtkonvention, so Werner Kubitza, Präsident des Bundesverbandes der Kehlkopfoperierten, sei es nicht nachvollziehbar, dass diese Barrieren von den betroffenen Menschen weiter hingenommen werden müssten. Mit Spannung sehe er den Reaktionen auf das Schreiben des Aktionsbündnisses entgegen. Die Mitglieder des Aktionsbündnisses seien jederzeit bereit, Fragen zu beantworten, aber auch der Politik die Schwierigkeiten aus Sicht eines Betroffenen persönlich zu schildern.

Kontakt:
Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.
Geschäftsstelle: Silke Fösges
Thomas-Mann-Straße 40
53111 Bonn
Tel.: 0228-33889304
foesges@kehlkopfoperiert-bv.de
www.kehlkopfoperiert-bv.de

12. Juli 2013

Alfred Schenk ist verstorben

 

Alfred Schenk
ist verstorben


Der langjährige Leiter unserer Selbsthilfegruppe Göttingen Alfred Schenk
ist am 10. Juli plötzlich verstorben.

Der Verstorbene war bereits in der Gründungsphase unseres Landesverbandes
ein aktives Mitglied. Vor 4 Jahren übernahm er die Leitung  der Selbsthilfegruppe

und war darüber hinaus als Patientenbetreuer in der HNO- Klinik
der Universität Göttingen und in der Reha-Klinik Bad Sooden- Allendorf tätig.

Gern unterstützte er die Logopäden - Ausbildung, indem er als Betroffener
den SchülerInnen als positives Beispiel half, sich mit der Ruktussprache
vertraut zu machen.

Alfred Schenk war in seinem Engagement für die Belange der Kehlkopflosen
immer positiv eingestellt.


Der Landesvorstand ist tief bestürzt und trauert mit seiner Familie.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.


 
Für der Landesvorstand der Selbsthilfegruppen in Niedersachsen und Bremen
Werner Kubitza