12. November 2012

Gesundheit Nord - Neues Patientenorientiertes Angebot

Unter dem Motto "Gut vorbereitet - aktiv gesund" stellen immer mehr Krankenhäuser in Bremen ihren Patienten eine Leitfaden zur Verfügung, um sie für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt zu unterstützen. Schon während des Aufenthaltes im Krankenhaus können Patienten ihre Genesung zuhause mit dem 24-seitigen DIN A4 Heft planen. Der Leitfaden wurde vom Verein Ambulante Versorgungslücken entwickelt. 

Mehr Informationen finden Sie hier:
http://ambulante-versorgungsluecke.de/angebote/leitfaden.html

6. November 2012

Internetportal zur Bewertung von Krankenkassenleistung

Deutschlands Kassenärzte und Psychotherapeuten wollen in einem öffentlich einsehbaren Internetportal die Leistungen von Krankenkassen bewerten. Aus den Kriterien Therapiefreiheit, Service und Bürokratielastigkeit solle eine Liste der zehn besten und schlechtesten unter den rund 140 gesetzlichen Krankenkassen entstehen.
Mit Hilfe des Navigators können niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten ihre Erfahrungen mit den Krankenkassen bewerten und Ihre Praxiserfahrungen aus Bereichen wie Bürokratie, Regresse oder Therapiefreiheit einbringen. Darüber hinaus könne man mit den Kassen über Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten ins Gespräch kommen.


Mehr Informationen zum Portal finden Sie hier:

http://www.kbv.de/navigator/krankenkassen-navigator.html


Änderung des Arzneimittelgesetzes erfolgt Anfang 2013


Die Bundesregierung sieht die Verabschiedung des Entwurfs eines 16. Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes für Anfang des Jahres 2013 vor. Mitte Juli 2012 hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) den Entwurf eines Sechzehnten Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes erschickt. Damit soll gegen den Antibiotikamissbrauch in der Tierhaltung vorgegangen werden. Die Antwort  der Regierung auf eine Kleine Anfrage (17/10591) der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN finden Sie im Anhang.
 

Tagung "Das Genom als Faktor im Öffentlichen Gesundheitssystem"

26. bis 27. November 2012


Durch die Fortschritte in der Genetik besteht zunehmendem die Möglichkeit, genom-basiertes Wissen in die öffentliche Gesundheitsversorgung einzubeziehen. Ziel der Medizin ist es, Krankheiten und Krankheitsneigungen vorauszusagen, präventive Maßnahmen zu etablieren und Therapien zu verbessern. Die Tagung gibt einen Überblick zum aktuellen Stand der Forschung. Anhand ausgewählter Beispiele wie der vorgeburtlichen Untersuchung per Blutprobe, die zur Erkennung von Trisomie 21 führt, oder der genetischen Krebsepidemiologie, sollen die aktuellen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung deutlich werden.


Ziel der Tagung ist es, die Konsequenzen der Zunahme des genetischen Wissens im Blick auf die Gestaltung gesundheitlicher  Versorgungsstrukturen zu diskutieren. Nicht wird die Frage gestellt, welchen Stellenwert die genom-basierte Diagnostik und Therapie vor dem Hintergrund knapper Ressourcen in unserem Gesundheitssystem haben soll.

Mehr Informationen finden Sie hier:

http://www.eaberlin.de/programm_detail.php?vstg_id=9928&archiv=0 

1. Oktober 2012

Patienten bleiben unmündig: Paritätischer kritisiert neues Patientenrechtegesetz

Anlässlich der ersten Lesung des Patientenrechtegesetzes im Bundestag kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. das Gesetz zum wiederholten Male als unzureichendes, unausgegorenes Modell, das weit hinter den Erwartungen zurück bleibt. Wichtige Punkte, die der Paritätische Niedersachsen bereits vor Monaten angemahnt hat, sind nicht beachtet, geschweige denn umgesetzt worden. „Grundsätzlich ist ein solches Gesetz zu begrüßen“, sagt Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen. „Aber diese Umsetzung lässt zu wünschen übrig. Die Kommunikation zwischen Patient und Arzt wird auch weiterhin nicht auf Augenhöhe stattfinden.“

Patienten, die möglichst gesund, finanziell abgesichert, gut integriert und ohne Leiden sind, werden sich mit dem neuen Gesetz anfreunden können. Doch auf welchen Patienten treffen diese Kritierien schon zu? Die überwiegende Mehrheit der Patienten ist aufgrund ihrer aktuellen gesundheitlichen Notlage automatisch in der schwächeren Position und hofft auf schnelle, gute Hilfe. Und diese Patienten bleiben dem Arzt gegenüber nach dem neuen Gesetz weiterhin unmündig. „Für ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arzt und Patient muss gewährleistet sein, dass der Patient keinem geldgierigem Spiel um Linderung seiner Leiden ausgesetzt ist“, sagt Sebastian Böstel. „Von einem guten Patienrechtegesetz wird erwartet, dass es dafür sorgt, dass sich Arzt und Patient auf Augenhöhe begegnen.“

Wer nicht nur krank, sondern gleichzeitig auch noch mit anderen Herausforderungen konfrontiert wird, spielt bei dem neuen Gesetz erst gar keine Rolle. „Menschen mit Behinderungen oder Sprachbarrieren werden weiterhin völlig außer Acht gelassen, ein Umstand, auf den wir schon vor Monaten hingeweisen haben“, sagt Sebastian Böstel. Ebenfalls ungeklärt ist, wie Patienten, die in kurzfristige finanzielle Notlagen geraten, in Ruhe genesen können, ohne sich dabei womöglich zu verschulden.

Nicht ausreichend ist der Schutz der Patienten aus Sicht des Paritätischen Niedersachsen auch bei der Ablehnung von Leistungen durch die gesetzlichen Krankenkassen. Anstatt hier für mehr Transparenz zu sorgen und von den Kassen bessere und genauere Aufklärung darüber zu verlangen, welche Leistungen den Patienten zustehen, werden die Patienten mit Bürokratie überhäuft. „Es passiert viel zu oft, dass Kassen wichtige Leistungen völlig ungerechtfertigt verweigern. Hier hätte der Gesetzgeber ein klares Signal setzen müssen, damit das Verhalten der Krankenkassen transparent wird“, sagte Sebastian Böstel.

28. September 2012

Nicht nachvollziehbar: Niedersächsischer Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention ist nicht barrierefrei!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. kritisiert das für die unmittelbar Betroffenen völlig ungeeignete Vorgehen des Landes Niedersachsen in Sachen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. „Das Land will möglichst viele Menschen mit Behinderungen zur Diskussion einladen – doch die dazu gehörigen Internetseiten und Vorlagen sind weder barrierefrei noch leicht verständlich, sodass die Einladung zum Dialog vorgeschoben und alibimäßig erscheint“, sagt Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen.

Mehr als drei Jahre nach Inkraftttreten der UN-Behindertenrechtskonvention am 26. März 2009 hat das Land Niedersachsen nun einen Aktionsplan zur Umsetzung der Konvention vorgelegt. Bis zum 15. November sollen sich „möglichst viele Menschen mit Behinderungen selbst zu Wort melden und als Experten in eigener Sache ihre Vorstellungen, Vorschläge und Wünsche vortragen“, so die Aufforderung auf der Internetseite des Sozialministeriums.

Diese Aufforderung wird durch die Bereitstellung der Inhalte allerdings ad absurdum geführt: Der Paritätische Niedersachsen bemängelt, dass weder die Internetseite noch das Kontaktformular oder gar der 45-seitige Entwurf des Aktionsplan barrierefrei sind. Menschen mit Behinderungen können somit – wenn überhaupt – nur unter erschwerten Bedingungen oder mit zusätzlicher Hilfe von diesen Möglichkeiten Gebrauch machen. Da der Aktionsplan bislang auch nicht in einfacher Sprache vorliegt, bleiben Zugriff und Verständnis so weiteren Menschengruppen vorenthalten. „In Anbetracht des Themas, mit dem sich das fragliche Papier befasst, sind diese Versäumnisse seitens des Landes eine beinahe zynische und in keinster Weise nachvollziehbare Vernachlässigung“, kritisiert Sebastian Böstel.

Auch die drei(!)tägige Anhörung zum Aktionsplan, die die Landesregierung vom 10. bis 12. Oktober plant, wirft Fragen auf. Etwa, wie Menschen mit Behinderungen diese drei Tage ununterbrochen an der Anhörung teilnehmen sollen, oder warum weder der Paritätische Niedersachsen noch andere Verbände der Wohlfahrtspflege an dieser Anhörung beteiligt werden.

Der Paritätische Niedersachsen fordert das Land dringend auf, alle Materialien bezüglich des Aktionsplans so zügig wie möglich barrierefrei und in einfacher Sprache zur Verfügung zu stellen. „Menschen mit Behinderungen dürfen nicht nur alibimäßig in freundlichen Grußworten um ihre Meinung gebeten werden, sie müssen dann auch eine echte Chance haben, diese tatsächlich abgeben zu können“, sagt Sebastian Böstel.

25. September 2012

Neuoperierte trafen sich in Bad Münder

Bereits zum 9. Mal trafen sich neuoperierte Kehlkopfkrebs - Patienten in der Schule der Berufsgenossenschaft zu einem Seminar in Bad Münder.

Unter der Leitung von Dr. med. Barbara Koller wurden sie von Ärzten, Therapeuten und Fachleuten aus der ortsansässigen onkologischen Reha-Klinik über die Möglichkeiten der Problembewältigung informiert, die als Folge  der Kehlkopf-OP und radiologischen Behandlung auftreten.

Ferner gab es umfangreiche Erläuterungen über die Unterstützungsleistungen der Selbsthilfegruppen und des Landes- und Bundesverbandes durch den Landesvorsitzenden Werner Kubitza und dessen Stellvertreter Hans – Joachim Lau. Der Wassertherapiebeauftragte des Landesverbandes Wolfgang Schick gab einen Einblick in den Nutzen der Wassertherapie. Rosemarie Bade gab Tipps für  Angehörigen.

9. August 2012

Erstes Frauenseminar des Landesverbandes in Bad Münder

Vom 9.bis 10. Juli trafen sich die kehlkopfoperierten Frauen des Landesverband aus Niedersachsen und Bremen zum ihrem ersten Seminar. Landesvorsitzender Werner Kubitza begrüßte die Teilnehmerinnen und bedankte sich insbesondere bei der Frauenbeauftragten des Landesverbandes Ingeborg Kleier aus Vechta, die maßgeblich für das Zustandekommen des Seminars sorgte.

Angesprochen wurde die Situation der betroffenen Frauen in ihrer ganzen Problematik von der Psychologin Martine Wupschahl von der Onkologischen Reha - Klinik in Bad Münder und der Frauenbeauftragten im Bundesverband Renate Surmann. Die Frauen bekamen aber auch Gelegenheit sich auszutauschen ; mit dem Ergebnis, das Seminar im nächsten Jahr von zwei auf drei Tage zu verlängern. 
Ingeborg Kleier hatte mit Hilfe von Rosi Bade aus Wolfenbüttel die Seminarleitung übernommen. Bezuschußt wurde das Seminar von der Barmer Ersatzkasse Niedersachsen.
 













 
Das Foto zeigt die Teilnehmerinnen und Referentinnen des Frauenseminares.

2. Juli 2012

Neuregelungen der Organspende

Am 25. Mai 2012 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes und das Gesetz zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz mit breiter Mehrheit beschlossen. Ziel ist es, die Bereitschaft zur  Organspende zu erhöhen.

Durch die Entscheidungslösung werden die Bürger regelmäßig in die Lage versetzt, sich mit der Frage der eigenen Spendenbereitschaft auseinanderzusetzen.

Um eine informierte und unabhängige Entscheidung jedes Einzelnen zu ermöglichen, ist eine breite Aufklärung der Bevölkerung zu den Möglichkeiten der Organ- und Gewebespende durch die Länder, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sowie die Krankenkassen und privaten Krankenversicherungsunternehmen vorgesehen.


Warum war eine Neuregelung erforderlich?

Derzeit stehen rund 12.000 Menschen in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Ca. 1000 Menschen sterben jährlich, da sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten. Ein einzelner Organspender kann bis zu sieben schwerkranken Menschen helfen. 2011 wurden 1200 Menschen nach ihrem Tod 3917 Organe entnommen – das waren 7,4 Prozent Spender weniger als im Vorjahr. In Deutschland kommen auf eine Million Einwohner 14,9 Spender. International liegt die Bundesrepublik damit im unteren Drittel. Zwar geben in Umfragen drei von vier Personen an, dass sie prinzipiell zur Organspende bereit sind. Bislang besitzt aber nur ein Viertel der Bürger einen Organspendeausweis. Anliegen ist es, die Differenz zwischen der grundsätzlichen und der tatsächlichen Bereitschaft zu überwinden.


Wie war die Regelung bisher?

Bislang galt, dass eine Organ- oder Gewebeentnahme nur stattfinden darf, wenn der Verstorbene entweder zu Lebzeiten selbst oder seine Angehörigen an seiner Stelle nach seinem mutmaßlichen Willen dem aktiv zugestimmt haben. Diese Regelung gilt grundsätzlich auch weiter. Die Konfrontation mit dem Thema Organspende und die Information hierzu erfolgten eher zufällig. Künftig soll alle Bürger strukturiert eine angemessene Information bekommen und die Möglichkeit, eine aufgeklärte Entscheidung zu treffen und diese zu dokumentieren.


Wie wird über die Organspende informiert?

Künftig werden gesetzliche und private Krankenkassen alle zwei Jahre Ihre Versicherten über 16 Jahre anschreiben und sie bitten, sich zu entscheiden, ob sie ihre Organe im Todesfall spenden wollen oder nicht. Im Zuge der Anschreiben erhalten alle Bürger Informationsmaterial sowie einen Organspendeausweis zum Ausfüllen und Einstecken. Der Brief muss nicht beantwortet werden. Ebenso nennen die Krankenkassen fachlich qualifizierte Ansprechpartner zu Fragen der Organspende. Auch die Behörden werden bei der Ausgabe von amtlichen Ausweisen Informationsmaterial mit auf den Weg geben. Erstmalig soll dies schon in diesem Jahr geschehen, ein weiteres Mal in zwei Jahren. Nach der Aufforderung im Jahr 2017 dann alle fünf Jahre.
Um die Verbreitung von Organspendeausweisen unter jüngeren Menschen zu erhöhen und diese persönlich anzusprechen, hat der Verein "Die Initiatoren" unter der Adresse http://apps.facebook.com/organspende-app/ eine Facebook-Application gestartet. Mit der App können Facebook-Nutzer sich über die Organspende informieren und kostenfrei einen Ausweis bestellen sowie ihr Engagement mit anderen Nutzern teilen.


Gibt es eine Verpflichtung zur Organspende?

Spender wird nur, wer sich hierzu aktiv entscheidet und dies in einem Organspendeausweis dokumentiert. Der Grundsatz der Freiwilligkeit der Entscheidung jedes Einzelnen und die Ergebnisoffenheit der Aufklärung sind gesetzlich klargestellt. In den Anschreiben stehen die Optionen "Ja", "Nein" oder "Ich weiß nicht" zur Verfügung.


Welche Vorteile haben die Angehörigen?

Angehörige, die auf eine schriftliche Äußerung des Verstorbenen zur Bereitschaft oder Verweigerung einer Organspende zurückgreifen können, werden hierdurch von einer sehr schwierigen Entscheidung entlastet. Zudem ist im neuen Transplantationsgesetz geregelt, dass alle Kliniken, in den Organspenden durchgeführt werden, einen Transplantationsbeauftragten bestellen müssen, der im Ernstfall die Angehörigen qualifiziert berät.


Was hat sich für Lebendspender verändert?

Durch das neue Transplantationsgesetz wird die Absicherung von Lebendspendern verbessert und umfassend geregelt. So hat jeder Organspender einen Anspruch gegen die Krankenkasse des Organempfängers, insbesondere auf Krankenbehandlung, Vor- und Nachbetreuung, Fahrtkosten und Rehabilitation. Zudem greift ein neuer Anspruch auf Entgeltfortzahlung für Arbeitnehmer, die ein Organ spenden und für die Zeit der Operation und Behandlung ausfallen. Sollte die Arbeitsunfähigkeit länger als sechs Wochen dauern, hat der Organspender zudem einen erhöhten Anspruch auf Krankengeld.

Eine weitere Neuerung betrifft den Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung. Es wurde geregelt, dass sich der Unfallversicherungsschutz auf alle Gesundheitsschäden im Zusammenhang mit der Organspende bezieht, die über eine regelmäßig entstehende Beeinträchtigung hinausgeht und im ursächlichen Zusammenhang steht.

Ebenfalls wird die Versorgung von Spendern vor und nach der Transplantation in den Versorgungsbereich der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung aufgenommen. Damit kann eine qualitativ hochwertige, spezialisierte Diagnostik und Behandlung sowie eine strukturierte Nachsorge für Spender wie Empfänger gewährleistet werden.


Wie wird mit den Daten von Organspende-Willigen verfahren?

Es gibt in Deutschland kein Organspenderegister, es genügt, einen Organspendeausweis auszufüllen und diesen stets bei sich zu tragen. Künftig soll die Entscheidung für oder gegen eine Organspende auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Die Speicherung der Angaben ist für die Versicherten freiwillig. Die Krankenkassen erhalten dadurch keinen Zugriff auf die übrigen Gesundheitsdaten. Derzeit ist eine solche Speicherung aus technischen Gründen jedoch noch nicht möglich.


Gibt es Veränderung in Bezug auf die Qualität?

Mit dem Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes werden EU-rechtliche Vorgaben umgesetzt. Damit wird es in Europa künftig einheitliche und klare gesetzlich festgelegte Standards für die Qualität und Sicherheit der Organtransplantation geben. Neben hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen geht es vor allem auch um verbesserte Abläufe und Strukturen in Krankenhäusern. So können Organspenden nur in Krankenhäusern mit einer Intensivstation, die über Beatmungsgeräte verfügt, erfolgen. Die Aufgaben dieser Krankenhäuser im Prozess der postmortalen Organspende werden im Transplantationsgesetz gesetzlich verankert, was die Verantwortung der Krankenhäuser und ihre aktive Mitwirkungspflicht für die Organspende unterstreicht. Ebenso werden die Krankenhäuser verpflichtet, einen Transplantationsbeauftragten zu bestellen, der den Gesamtprozess der Organspende koordiniert.


Welche Organe können gespendet werden und kann der Spender entscheiden welche?

Für die Spende kommen zum einen die inneren Organe infrage, wie Herz, Niere, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Sie retten in den meisten Fällen Schwerstkranke vor dem Tod. Zum anderen kann Gewebe entnommen werden. Die trägt  in der Regel zur Verbesserung der Lebensqualität von Kranken bei, z. B. kann die Hornhaut der Augen fast erblindeten Menschen einen Teil ihrer Sehkraft zurückgeben. Wer solche Verwendungen ausschließen will, muss dies auf dem Organspendeausweis vermerken. Auf dem Ausweis lässt sich genau festhalten, ob sich die Bereitschaft auf alle oder nur bestimmte Organe bezieht.


Welche Voraussetzung für die Organspende gibt es?

Nur etwa ein Prozent der 400.000 Menschen, die jedes Jahr im Krankenhaus sterben, erfüllen die Voraussetzung zu Organspende. Der Fall tritt dann ein, wenn das Gehirn unwiderruflich geschädigt ist, sie aber weiter beatmet werden können, so dass die anderen Organe noch mit Blut versorgt werden. Begrenzung zur Organspende, z. B. aufgrund des Alters oder Vorerkrankungen gibt es so gut wie keine. So können durchaus auch Personen mit Erkrankungen spenden - entscheidend ist, wie gesund die Organe sind. Ausgeschlossen sind jedoch z. B. Personen, in deren Blut sich Aids-Erreger befinden.

Formale Voraussetzung ist, dass zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod bestätigen. Diese Mediziner dürfen nicht an der Entnahme oder Übertragung der Spenderorgane beteiligt sein. Ob mit dem Hirntod definitiv alle Funktionen erloschen sind, ist weiterhin unter den Wissenschaftlern umstritten.


Wer entscheidet über die Zuteilung von Spenderorganen?

Zuständig für die Zuteilung ist die Stiftung Eurotransplant. Diese gibt es in sieben europäischen Ländern, unter anderem auch in Deutschland. Sie spricht sich mit den nationalen Einrichtungen wie Spendenorganisationen und Kliniken ab. Bei der Entscheidung, wer ein  Organ bekommt, sind Dringlichkeit und Erfolgsaussichten maßgeblich. Hingegen spielt es keine Rolle, ob sich der potentielle Empfänger selbst einmal zur Organspende bereiterklärt hat oder nicht.


Wer kontrolliert die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)?

Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen, Bundesärztekammer und die Deutsche Krankenhausgesellschaft sind als Auftraggeber der als Koordinierungsstelle tätigen DSO gesetzlich verpflichtet, diese kontinuierlich zu überwachen. Zur Verbesserung der Transparenz ist im Transplantationsgesetz ausdrücklich geregelt, dass die DSO den Auftraggebern alle grundsätzlichen finanziellen und organisatorischen Entscheidungen vorlegen muss. Ebenso ist die DSO verpflichtet, jährlich ihren Geschäftsbericht zu veröffentlichen. Ferner wurden die bereits bestehende Überwachungskommission und deren Aufgaben gesetzlich verankert. Neben der DSO werden auch Transplantationszentren und Entnahmekrankenhäuser zur Auskunft verpflichtet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dagmar Siewerts
Referentin für Gesundheit


Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband
- Gesamtverband e.V. -
Oranienburger Str. 13 - 14
10178 Berlin
Tel.: 030/24636 - 319
Fax: 030/24636 - 110
E-Mail: dienstlich: gesundheit@paritaet.org
vertraulich: dagmar.siewerts@paritaet.org
http://www.paritaet.org


5. Juni 2012

Merkblatt zum Schwerbehindertenausweis im neuen Format ab 1.1.2013

Das Verfahren

Ausgabe durch die Länder
Der neue Ausweis kann ab dem 1. Januar 2013 ausgestellt werden. Den genauen Zeitpunkt der Umstellung legt jedes Bundesland für sich fest.
Übergangsfrist
Spätestens ab dem 1. Januar 2015 werden nur noch die neuen Ausweise ausgestellt.

Kein Umtauschzwang
Alte Ausweise bleiben gültig. Alle Nachteilsausgleiche können auch mit den alten Ausweisen in Anspruch genommen werden. Es müssen also nicht alle im Verkehr befindlichen Ausweise umgetauscht werden.

Das ist neu

Spürbar benutzerfreundlicher
Wie der Führerschein, der Personalausweis und die Bankkarten ist nun auch der neue Schwerbehindertenausweis eine handliche Plastikkarte.

Braille-Schrift
Blinde Menschen können ihren neuen Ausweis an der Buchstabenfolge sch-b-a erkennen.

Praktisch im Ausland
Ein Hinweis auf die Schwerbehinderung in englischer Sprache hilft auf Reisen. Ein direkter Anspruch auf besondere Leistungen im Ausland ist damit auch künftig nicht verbunden. Der englische Hinweis erleichtert aber den Nachweis im nichtdeutschsprachigen Ausland, wenn es dort für schwerbehinderte Menschen besondere Regelungen gibt (z. B. ermäßigter Eintritt).


10. April 2012

Paritätischer und VdK kritisieren Pläne der Sozialministerin: Finanzierung neuer Ausweise darf nicht zu Lasten von Menschen mit Behinderungen gehen!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. und der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen begrüßen die bundeseinheitliche Neugestaltung des Schwerbehindertenausweises, kritisieren aber den Vorstoß des Landes Niedersachsen, zur Finanzierung des neuen Dokuments die Eigenbeteiligung bei der unentgeltlichen Beförderung von Menschen mit Behinderungen zu erhöhen.

„Es kann nicht angehen, dass die Finanzierung der neuen Ausweise zu Lasten der Menschen mit Behinderungen gehen soll“, sagt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V. „Die Erhöhung der Eigenbeteiligung wäre ein falsches Signal im Hinblick auf die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“, sagt Ute Borchers-Siebrecht, Landesvorsitzende des VdK Niedersachsen-Bremen.

Die Neugestaltung des Ausweises ist grundsätzlich begrüßenswert, da das zeitgemäße, kontrastreiche und mit Brailleschrift versehene Design vor allem sehbehinderten Menschen zugute kommt. Diese lang erwartete Neuerung nun an eine Erhöhung der Eigenbeteiligung schwer behinderter Menschen zu knüpfen ist für den Paritätischen und den VdK nicht hinnehmbar. Die Verbände fordern Sozialministerin Aygül Özkan auf, von dem Plan, im Kabinett eine entsprechende Beschlussfassung vorzulegen, Abstand zu nehmen.

14. März 2012

DEGUM fordert: Ultraschalldiagnostik muss in der Hand des Arztes bleiben

Bonn, März 2012 – Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) lehnt eine Übernahme der Ultraschalldiagnostik durch nicht-ärztliches Assistenzpersonal ab. In einer Sitzung des erweiterten Vorstands sprach sich die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer gegen eine Delegierung sonografischer Untersuchungen aus. „Die DEGUM sieht die Sonografie nicht als eine rein technische Leistung an, sondern versteht sie als klinisches Werkzeug in der Hand des Arztes“, betont die Fachgesellschaft in einer Stellungnahme in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Ultraschall in der Medizin“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart).

„Zu einer Ultraschalluntersuchung gehört immer auch die zielgerichtete Erhebung der Krankheitsgeschichte und die Einordnung der Befunde in das Krankheitsbild“, erklärt DEGUM-Präsident Professor Dr. med. Stefan Delorme vom Deutschen Krebsforschungszentrum, Heidelberg. Diese Leistung, die den Wert einer Ultraschalluntersuchung ausmache, könne ausschließlich von einem Arzt erbracht werden.

In anderen Ländern übertragen Ärzte Ultraschalluntersuchungen häufig an sogenannte Sonographers. Auch in Deutschland gibt es – etwa von Seiten der Krankenhausverbände – Bestrebungen, Ultraschalluntersuchungen an Medizinisch-technische Assistenten, Hebammen und andere Berufsgruppen zu delegieren. „Uns erreichen immer wieder Anfragen zur Teilnahme von Assistenzpersonal an unseren Ultraschallkursen“, berichtet Delorme. Eine Delegierung an nicht-ärztliches Personal erfordere wie in den USA oder Großbritannien eine mehrjährige Ausbildung dieser Berufsgruppen. Schon aus Gründen der Verantwortung bleibe jedoch die abschließende ärztliche Befundkontrolle unabdingbar, so Delorme. Deshalb ergäbe sich daraus keine relevante Zeitersparnis.

Die DEGUM betont zugleich, dass eine gute Ausbildung von Ultraschallärzten entscheidend ist, und macht darauf aufmerksam, dass diese vielerorts bereits heute nicht mehr ausreichend gewährleistet ist. Eine Verlagerung der Ultraschalluntersuchung auf spezialisiertes Assistenzpersonal würde die Ausbildung von Ärzten in verstärktem Maße gefährden, so die Experten der DEGUM.

Auch an das nicht-ärztliche Personal, das bei Ultraschalluntersuchungen und -interventionen assistiert, seien die fachlichen Anforderungen in den vergangenen Jahren gestiegen. Dies erfordere eine höhere Qualifikation, betonen die Mediziner. Die DEGUM wird diesem Umstand in zunehmendem Maße Rechnung tragen und auf ihren Veranstaltungen und Kongressen Fortbildungsangebote auch für medizinisches Assistenzpersonal anbieten.