4. Februar 2016

Selbsthilfegruppen der Kehlkopfoperierten - Jahresbericht 2015



1. Vertreterversammlung – Mitgliederversammlungen – Vorstandsitzungen:

Nach der Begrüßung der Teilnehmer eröffnete der Vorsitzende, Hans-Joachim Lau, die ordentliche Vertreterversammlung 2015 am 25. April  im Piazza Hotel Alfsee GmbH in  49597 Rieste. Er begann seinen Geschäftsbericht mit einem großen Dank  an den Gruppenleiter der Gruppe Osnabrück, Gerd Fading, für seinen vorbildlichen Einsatz  das Piazza Hotel Alfsee als Tagungsstätte , sowie Prof. Dr. Konrad Sommer, Chefarzt MHO Abteilung Marienhospital Osnabrück für ein Referat zu gewinnen .Das Referat stand unter dem Motto  „ Vorstufen der Karzinomerkennung, Methoden der Behandlung des Larynxkarzinoms in Abhängigkeit des Tumorstadiums „. Durch das Ausscheiden von Hermann Knöpke als Beisitzer im Vorstand wurde es erforderlich diesen Posten neu zu besetzen. Gewählt wurde Peter Witzke. Heinz Müssemann  ist Nachfolger von Reinhard Rensing als Ansprechpartner für das Netzwerk Teiloperierte. Nach dem Ausscheiden vom 2. und 3. Kassenprüfer wurden Günter Hagemann und Dieter Rohde aus der Gruppe Hannover einstimmig gewählt.
Die Mitgliederversammlungen haben in den jeweils letzten Gruppentreffen des Jahres 2015 stattgefunden, meist in Verbindung mit einer kleinen weihnachtlichen Feier, bzw. Veranstaltung, zum Jahresabschluss.
Vorstandsitzungen waren am  31.01.2015, 14.03.2015, 27.05.2015, 20.09.2015 und 28.11.2015. In Verbindung mit der letzten Vorstandsitzung in diesem Jahr tagte der Arbeitskreis Förderanträge und Seminare 2016,  in Bad Bevensen.

2. Selbsthilfegruppen:

In Niedersachsen und Bremen bestehen  24 Selbsthilfegruppen, in denen sich Kehlkopfoperierte, Angehörige und Förderer in regelmäßigem Turnus treffen, meist in Räumen der Parität, der AWO oder des DRK. Die Zusammenarbeit mit den Verbänden ist gut. Selbsthilfegruppen gibt es in Braunschweig, Bremen, Bremerhaven/Cuxhaven, Celle, Emden, Göttingen, Goslar-Westharz, Hameln, Hannover, Helmstedt, Hildesheim, Lüneburg, Meppen, Nienburg, Oldenburg, Osnabrück, Peine, Salzgitter, Soltau- Rotenburg/W., Stade, Uelzen, Vechta, Wilhelmshaven und Wolfsburg.
Nach dem Ausscheiden von Hermann Knöpke, konnten die bisher von ihm betreuten Gruppen vor einer Auflösung bewahrt werden, und durch die tatkräftige Unterstützung unseres Vorsitzenden, Hans Joachim Lau, einer neuen Leitung zugeführt werden. Auch für die Gruppe Wilhelmshaven konnte  ein Gruppenleiter gefunden werden. Die SHG Oldenburg konnte ihr 20-jähriges Bestehen feiern.
Die Mitgliederzahlen stiegen im Jahr 2015 stetig an. So konnte die Gruppe Bremen sich fast verdoppeln.   Zuweilen ist es sehr schwierig, die so dringend gebrauchten ehrenamtlichen Helfer für Gruppenleitung und Patientenbesuche zu finden, wenn die bisherigen, z.T. schon lange tätigen Helfer sich altershalber zurückziehen müssen oder durch Umzug, Krankheit oder Tod ausscheiden.

3. Patientenbesucherdienst (Klinik – und Hausbesuche):

Unsere ehrenamtlichen Reha-Helfer (alle selber kehlkopflos oder teiloperiert) haben auch 2015 regelmäßig die Patienten in den Kliniken vor und nach den Operationen sowie bei den ambulanten Tumor-Kontrolluntersuchungen betreut. Die enge Zusammenarbeit  mit den Ärzten und dem Pflegepersonal in 16 HNO- und 2 Rehabilitationskliniken bildet dafür die vertrauensvolle und sichere Grundlage.
Es sind das Klinikum Bremen, in Hannover die MHH und das Städt. Krankenhaus Nordstadt (HNO-Abtlg.), Stadt-Krankenhaus Wolfsburg, Städt. Klinikum Braunschweig, in Oldenburg das Evangelische Krankenhaus und die Städt. Kliniken, das Universitätsklinikum Göttingen, das Ludmillenstift Meppen, das Marienhospital Osnabrück, das Marienhospital Vechta und die Kreiskrankenhäuser Winsen/Luhe, Rotenburg/W. und Buchholz / Nordheide.  Hinzu kommen die HNO-Kliniken in Bremen und Bremerhaven.
So ist es eine Ausnahme, wenn ein Patient ohne vorherigen Besuch eines Patientenbetreuers operiert wird. In der Rehabilitationsklinik  Bad Münder (Deister-Süntel-Klinik) werden wöchentlich
einmal Gruppen und Einzelgespräche mit Kehlkopflosen während ihrer Anschlußheilbehandlung bzw. Festigungsmaßnahme abgehalten. Im Jahr 2015 wurden (meist anlässlich neuer Operationen) wieder sehr viele Patienten betreut. (Im Jahr 2014 waren es 92 Patienten, davon 13 Frauen.) Das durchschnittliche Alter betrug ca.64 Jahre

4. Fortbildung/ Seminare:

Die Fortbildung der ehrenamtlichen Reha-Helfer  und Mitglieder erfolgte laufend durch Seminare, Vortragsveranstaltungen, Besprechungen und mittels Informationsmaterialien, sowie Rundschreiben des Vorstandes.
Das 21. Fortbildungsseminar fand vom 21. bis 23. 09. 2015 in Rieste am Alfsee mit 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erfolgreich statt. Hans-Peter Wynands von der Firma Heimomed informierte über Erste Hilfe bei Halsatmern. Frau Bartosch, Sozialpädagogin der REHA-Klinik Bad Münder informierte über soziale Beratungsgespräche. Hartmut Fürch, 1. Schatzmeister im Bundes-Präsidium stellte den Bundesverband vor. Prof. Dr. A. Naumann, Klinikum Bremen-Mitte, HNO-Klinik referierte zum Thema Diagnostik und Therapie des Kehlkopfkarzinoms. Prof. Dr. Büntzel, Klinik für HNO-Erkrankungen, interdisziplinäre Palliativstation, Südharz-Klinikum Nordhausen informierte über Schmerztherapie bei chronischen Erkrankungen. Schmerztherapie  ist Lebensqualität, Aspekte für Kehlkopfoperierte und Tracheostomaträger. Frau Mesenbrink und Frau Koch, Medizinische Fachpädagoginnen der REHA Klinik Bad Münder informierten über Schluckstörungen nach Laryngektomie. Herr Sendatzki, Fachgruppenverantwortlicher Schwerbehindertenrecht Feststellungsverfahren, gab einen Abriss über die Landesverwaltung und ihre Aufgaben mit Blick auf die Durchführung des Schwerbehindertenrechts vom Anfang bis zum Schwerbehindertenausweis. Frau Hölder und Herr Hensen präsentierten Hilfsmittel und neue Produkte der Firma Atos und standen den Teilnehmern für Anregungen und Fragen zur Verfügung. Nach einem allgemeinen Austausch und Erfahrungsbericht der Teilnehmer mit Anregungen für künftige Patienten-Betreuer-Seminare, beendete der Vorsitzende mit einem Bericht aus der Arbeit des Bundesverbandes das Seminar.
Das  12. von uns in Zusammenarbeit mit der REHA-Klinik Bad Münder veranstaltete Einführungsseminar für „Neuoperierte“ (27. bis 29.05.2015) war eben falls ein Erfolg. Die anspruchsvolle Bildungsarbeit wird auch in 2016 fortgesetzt werden. Außerdem nahmen Funktionsträger, Patientenbetreuer und Mitglieder an Seminaren des  Bundesverbandes  teil.

5. Verwaltungsarbeiten:

2015 fanden erstmalig die Patiententage des Bundesverbandes in Niedersachsen statt. .Austragungsort war Bad Münder mit der Rehabilitationsklinik und dem Berufsgenossenschaftlichen Bildungswerk. Auf der Bundesversammlung wurde Rolf Eger, Leiter der Gruppe Oldenburg, mit der Goldenen Nadel des Bundesverbandes ausgezeichnet. Am 20.01.2015 starb Dr. med. Ernst Jürgen Borghardt. Er  war lange Jahre Mitglied des fachkundigen Beirats und Leiter der REHA-Klinik Bad Münder. Die gute Zusammenarbeit mit allen Gremien unseres Bundesverbandes,  der Niedersächsische Krebsgesellschaft, der Parität und vielen anderen Organisationen wurde 2015 fortgesetzt. Unterstützung erfahren wir auch von den Krankenkassen und der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig/Hannover und Oldenburg/Bremen.
Von der Geschäftsstelle werden unsere Mitglieder mit den notwendigen Informationen versorgt. Die
Verbandszeitung „Sprachrohr“ wird  vierteljährlich an alle Mitglieder versandt.
Auf Wunsch von Patienten werden Hausbesuche von Reha-Helfern vermittelt.
Die Vertretung der Bertoffenen vor Versorgungsämtern und Sozialgerichten liegt in der Obhut des  Bundesverbandes und der VdK.

6. Fahrten und Reisen:

Zur Erfüllung der Aufgaben  der Reha-Helfer, Patientenbesucher, Patientenbetreuer, anderer ehrenamtliche Helfer und Vorstandsmitglieder sind sie in angemessenem  Umfang notwendig .Die Entfernungen (und auch der Zeitaufwand) sind im Flächenland Niedersachsen leider z.T. zwangsläufig groß.

Bad Münder, im Dezember 2015                                                          
gez. Hans-Joachim Lau (1. Vorsitzender)                                                     
         Ingeborg Kleier (stellv.Vors.)